© 2017 Forgotten Sons

Misplaced Childhood

Misplaced Childhood
- Live und ungekürzt -

auch ohne Account ansehen...

Musikpark, Homburg, 18. November 2017

Der letzte Gig des Jahres 2017 steht an. Oder anders ausgedrückt: Unser erstes Konzert seit April. Rund sieben Monate spielfreie Zeit, während der auch nur sehr sporadisch geprobt wurde. In den letzten Wochen ist das Programm allerdings leidlich aufgefrischt worden, so dass wir gedämpft optimistisch die Reise ins Saarland antreten können. Für mich bedeutet dieser Gig zugleich eine Premiere: Das vor einigen Wochen erworbene In Ear System soll im Praxiseinsatz auf Herz und Nieren getestet werden. Auf Einladung des Kulturamts Homburg treten wir im “Musikpark” auf.  Die Anreise gestaltet sich etwas zäh und fordert Geduld. Ab Höhe Kaiserslautern führt eine Baustelle zu einem passablen Stau. Jetzt geht es nur noch sehr stockend voran. Diese Verzögerung ist für den einen oder anderen anscheinend zu viel des Guten. Im Rückspiegel sehe ich ein Auto auf dem Standstreifen, Warnblinker an, die Beifahrertür weit offen, hinter der eine Frau kauert und ein sehr menschliches Bedürfnis verrichtet. Da muss der Leidensdruck wohl sehr groß gewesen sein.

Trotz dieses staubedingten Zeitverlusts treffen wir pünktlich um vier Uhr an der Location ein, die früher eine Diskothek beherbergte und Platz für ca. 800 Personen bot. Mit so vielen Besuchern ist heute sicher nicht zu rechnen. Der Vorverkauf sei ganz ordentlich gelaufen, besser als bei anderen Veranstaltungen vorher. Mehr ist von Achim, dem Mann vom Kulturamt, nicht zu erfahren. Aber das klingt nicht so schlecht. Wir beginnen zügig mit dem Aufbau. Irgendwann ist es soweit: Unser Techniker Jens bittet mich zum In Ear Test. Etwas aufgeregt bin ich jetzt doch, weil mir jegliches Gefühl dafür fehlt, wie sich das Ganze  in der Praxis anhören wird. Für den Notfall steht eine Monitorbox am Bühnenrand - sicher ist sicher. Die ersten Eindrücke sind aber durchaus positiv. Beim anschließenden Soundcheck beginne ich mich sukzessive besser mit den neuen Höreindrücken zurecht zu finden.

Nach dem zügigen Soundcheck geht es in den Backstage-Bereich. Dort haben die Gastgeber alles hergerichtet, damit sich die Musiker wohlfühlen. Das Essen gibt es allerdings auswärts, für uns wurde ein Tisch im “Jank´s” bestellt. Zunächst kredenzt Robert aber ein Highlight: Feierlich wird eine Flasche “Drambuie” auf dem Tisch präsentiert, ein schottischer Likör mit 40% Vol.  Damit sei an der Stelle gleich mit dem möglicherweise entstandenen Eindruck aufgeräumt, die Musiker würden backstage auf Kosten des Kulturamts hochprozentige und zudem teure Getränke zu sich nehmen. Nein, diese Flasche wurde aus der Privatschatulle finanziert! Für jeden von uns gibt es einen kleinen Becher mit einer homöopathischen Dosis des köstlichen Getränks. Das schmeckt wirklich ausgezeichnet und wirkt irgendwie stimmungsaufhellend. Es dauert nicht allzu lang, bis Robert und Nico Liedgut von Eintracht Frankfurt zum Besten geben. Als wäre das nicht bereits schlimm genug, folgt kurze Zeit später ein alter Klassiker von Ivan Rebroff. Der Geräuschpegel steigt merklich an. Was sich da alles backstage abspielte, lässt sich nur schwer in Worte fassen. Da die Uhr tickt, brechen wir um kurz nach 18 Uhr auf, um das Restaurant/Bistro in der Innenstadt aufzusuchen. Mit zwei PKW geht es also Richtung City. Die vergessenen Söhne werden auf der Speisekarte fündig und nicht enttäuscht. Egal, ob Burger, Currywurst, Flammkuchen oder Champignonrahmsüppchen - alles sehr lecker. Das sind schon einmal gute Voraussetzungen für einen gelungenen Abend. Zurück zum “Musikpark”. Während der Rückfahrt sinniert Robert über die Option, ein Ivan Rebroff Tribute Projekt ins Leben zu rufen und untermalt dies auch mit entsprechendem Gesang, was Nico dankbar aufgreift. Da muss ich auf dem Rücksitz schon tief durchatmen. Glücklicherweise dauert die Autofahrt nur wenige Minuten. Die ersten Gäste sind schon da, seit 18:30 Uhr ist Einlass.

Wir vertrödeln die verbleibende Zeit im Backstagebereich, bevor es um 20:15 Uhr Ernst wird. Vorher gibt es aber noch einen ganz kleinen Likör zur mentalen Einstimmung. Wir betreten die Bühne. Vor uns, mit einem kleinen Sicherheitsabstand, hat sich das Publikum verteilt. Es gibt noch eine Empore, wo sich ebenfalls Besucher aufhalten. Der Zuspruch ist wirklich zufriedenstellend, besser als von uns unbedingt erwartet. Denn in der hiesigen Region sind wir bis dato noch nie gewesen. Das Verkabeln dauert jetzt, mit dem In Ear Brimborium, etwas länger und erfordert vollste Konzentration: Body Pack am Gürtel befestigen, In Ear Hörer einstöpseln, Bass umhängen und verkabeln. Und zu lange sollte es natürlich auch nicht dauern, das Intro läuft bereits.  Dann starten wir die Zeitreise in die 80er. Das Konzert verläuft spielerisch gut, wenn man die relativ lange Wettkampfpause berücksichtigt. Wozu eigentlich überhaupt noch proben? Persönlich bin ich zudem mit meinem neuen Bühnensound wirklich zufrieden. Ist noch etwas ungewohnt, weil man die Publikumsreaktionen nicht mehr so wahrnimmt. Auf der anderen Seite ist man stärker auf die Musik fokussiert. Das ist zumindest mein erster Eindruck. Wie dem auch sei: Die Zuschauer sind ebenfalls zufrieden, das ist offensichtlich. Und so vergeht dieses Konzert, trotz einer Spieldauer von insgesamt rund zweieinhalb Stunden, fast wie im Flug und ohne Anflüge von Krämpfen oder sonstigen Ausfallerscheinungen.

Danach gibt es erst einmal ein kaltes Pils. Die Rückmeldungen nach dem Gig sind sehr positiv, was uns  immer wieder freut. Unseren beiden Hardcore-Fans aus dem Schwarzwald, die 2,5 Stunden Anreise in Kauf genommen haben, sind auch zufrieden mit unserer Performance. Achim vom Kulturamt stellt uns ebenfalls ein gutes Zeugnis aus und fragt sicherheitshalber nochmal, ob alles zu unserer Zufriedenheit gewesen sei. War es absolut! Ein schöner Abend im Saarland in einer coolen Location mit netten Menschen. Was will man mehr?

Altes E-Werk, Nierstein, 29. April 2017

Musicclub Fabrik, Bruchsal, 21. April 2017

Zum Pitt, Bocholt, 01. April 2017

Musiktheater REX, Bensheim, 11. März 2017

Yard Club (Die Kantine), Köln, 4. März 2017

Harmonie, Bonn, 27. Januar 2017

colos-saal, Aschaffenburg, 20. Januar 2017

 

Dudelsack, Bad Kreuznach. 3. Dezember 2016

Kulturlant, Grafschaft, 5. November 2016

Zeche, Bochum, 6. Mai 2016

Musiktheater REX, Bensheim, 23. April 2016

Altes E-Werk, Nierstein, 27. Februar 2016

Harmonie, Bonn, 2. Januar 2016

 

Irish House, Kaiserslautern, 12. Dezember 2015

Dudelsack, Bad Kreuznach, 5. Dezember 2015

Saal 51, Calw, 21. November 2015

”Rock im Foyer”, Stadthalle Kleve, 25. April 2015

Musiktheater REX, Bensheim, 18. April 2015

Kubana, Siegburg, 28. März, 2015

Yard Club (Die Kantine), Köln, 7. März 2015

Heiligen Mühle, Erfurt, 24. Januar 2015

 

Altes E-Werk, Nierstein, 13. Dezember 2014

The Studio Lounge, Untertrubach, 12. April 2014

Musiktheater REX, Bensheim, 29. März 2014

Kubana, Siegburg, 15. März, 2014

 

Yard Club (Die Kantine), Köln, 29. November 2013

Hajos, Rüdesheim, 22. November 2013

Gaststätte Dahlmann, Lüdenscheid, 8. Juni 2013

Musiktheater REX, Bensheim, 26. April 2013

Kubana, Siegburg, 2. März, 2013

Alte Piesel, Künzell-Dirlos, 2. Februar 2013

 

Dudelsack, Bad Kreuznach, 5. Mai 2012

Musiktheater REX, Lorsch, 21. April 2012

Beavers, Miltenberg, 15. April 2012

 

(Premiere im) Musiktheater REX, Lorsch, 22. Oktober 2011

 

 

nach oben