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Misplaced Childhood

Misplaced Childhood
- Live und ungekürzt -

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Harmonie Bonn & Im Orbit Events Achim, 19./20. Januar 2018

Das Konzertjahr 2018 begann mit einer doppelten Premiere: Erstmals Konzerte an zwei aufeinanderfolgenden Tagen und zudem erstmals im hohen Norden, in Achim bei Bremen. Angesichts der zurückzulegenden Entfernung war klar, dass die Logistik etwas optimiert werden muss. Anfängliche Zweifel, ob in den VW Bus von Nico zumindest ein Großteil des Equipments passt, wurden wenige Tage vor dem Konzertwochenende durch eine Besichtigung weitgehend ausgeräumt. Daher konnte die “Mini-Tour” mit einem VW Bus sowie einem Kombi in Angriff genommen werden: Jürgen, Steffen, Jens und ich in Nico´s Bus, Robert mit Keyboards und Frau im PKW.

Am Freitag trafen sich die Busreisenden um 13 Uhr bei Nico und begannen mit dem Verladen des Equipments: Drumset, Bassbox, Bass, Gitarren, Effektgeräte und natürlich Taschen, Koffer oder Rucksack. Mit Erleichterung nahmen die Protagonisten zur Kenntnis, dass die Ladekapazität ausreichte. Im Anschluss chauffierte uns Nico Richtung Rüsselsheim, wo Techniker Jens quasi direkt am Arbeitsplatz abgeholt wurde: “Boarding completed”€.

Staus sind an einem Freitagnachmittag an der Tagesordnung. Das war an dem Tag nicht anders, gerade kurz vor Bonn wurde es zäh. Trotz fortgeschrittener Zeit steuerten wir zunächst das Hotel an, um einzuchecken. Das ging relativ flott. Um kurz nach halb fünf war die Harmonie erreicht, übrigens einer unserer Lieblingsclubs. Dort wurden wir von Jürgen, dem lokalen Konzertveranstalter, und Knut, dem netten und lockeren Haustechniker, empfangen. Aufbau und Soundcheck verliefen entspannt und führten dank der Dialoge der Techniker zu ganz neuen Erkenntnissen: “Atmo” und “Spare” Mikros waren uns bis dato nicht bekannt, mir zumindest nicht. Beides stand uns in der Harmonie zur Verfügung. Übersetzt: Ein Ersatzmikro (“Spare”) für unseren Sänger und ein in den Saal gerichtetes Mikro, um die Publikumsreaktionen (“Atmo”) einzufangen, damit auch die In Ear Fraktion nicht ganz von der Außenwelt abgeschottet ist. Mit einer leichten Verzögerung im Zeitplan zogen wir uns um kurz vor sieben Uhr beruhigt in den Backstage-Bereich zurück, um uns mental einzustimmen. Dazu Pizza, Hamburger und Bier.

Pünktlich um 20 Uhr betraten wir die Bühne und wurden mit freundlichem Applaus empfangen. Saal und Empore waren gut besucht, besser als im Vorjahr. Mit einem guten Gefühl starteten wir daher unser Programm, das aus zeitlichen Gründen etwas gestrafft werden musste. Schon relativ früh war klar: Das wird ein geiler Abend! Was weniger an uns, als vielmehr am begeisterungsfähigen Publikum lag. Wohin man auch blickte: Überall zufriedene und glückliche Gesichter. So ging der Konzertabend in der Harmonie fast zu schnell vorüber. Jürgen, unser Veranstalter, erinnerte uns durch wenigstens zwei kurze Besuche auf der Bühne (!) an das nahende Ende. Sehr unkonventionell, aber ihm lag ganz offensichtlich daran, den entsprechenden Auflagen konsequent Folge zu leisten. Zugegeben: Ohne diesen Hinweis hätten wir in unserer Euphorie wahrscheinlich doch den kompletten Zugaben-Block gespielt. So verabschiedeten wir uns pünktlich um 22:30 Uhr von einer absolut begeisternden Menge. Im Anschluss wurden noch ein paar Plakate unters Volk gebracht und Gespräche mit dem einen oder anderen Besucher geführt. Neben bekannten Gesichtern gab es natürlich auch Leute, die uns erstmals gesehen sowie gehört hatten und sehr angetan waren. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, aber auf die Art und Weise baut man seine “Fan-Base”€ immer weiter aus. Selbstkritisch mussten wir freilich feststellen, dass es musikalisch Luft nach oben gab, aber unabhängig davon war es ein sehr schöner Abend. Mit dem Wissen, anschließend glücklicherweise keine 200 km fahren zu müssen, gingen wir den Abbau entspannt an. Bei der Ankunft im Hotel standen wir zunächst vor einer verschlossenen Schranke. Ratlose Gesichter. Auf Klingeln keine Reaktion. Sollten wir jetzt auch noch irgendwo einen Parkplatz suchen müssen? Den Bus samt Equipment in einer dunklen Ecke abstellen zu müssen, war keine schöne Vorstellung. Nach ein paar Minuten und Intervention durch Steffen öffnete sich die Schranke und Minuten später konnten wir uns in die Zimmer zurückziehen. Der erste Teil der Mini-Tour war ein Erfolg. Da lässt es sich doch gut schlafen - wenn man es denn kann.

Samstagmorgen versammelten sich die vergessenen Söhne mehr oder weniger pünktlich um 9 Uhr zum gemeinsamen Frühstück. Hier wurde erstmals davon gesprochen, dass die kleine Reisegruppe im Bus - fünf Mann, davon zwei mit Glatze - etwas an eine Drückerkolonne erinnert. Dieser Vergleich sollte im weiteren Verlauf noch des Öfteren für Erheiterung sorgen. Nach dem Frühstück kletterten alle wieder in die Fahrzeuge und begaben sich auf die längere Reise nach Achim. Was würde uns dort erwarten? Wir wussten zumindest, dass die Location bestuhlt sein würde und im Vorverkauf ca. 170 Tickets verkauft wurden. Im Internet war ich ca. zwei Wochen vorher über eine Kleinanzeige gestolpert: “Habe zwei Karten für ein Konzert mit den Forgotten Sons gewonnen. Ich kann damit absolut nichts anfangen und würde die Karten zum Originalpreis verkaufen.”€ Na super, dachte ich mir. Da gewinnt einer zwei Tickets und will sie dann auch noch verkaufen. Und warum geht er nicht einfach zum Konzert? Etwa ein schlechtes Omen?

Die Autobahn war weitgehend frei, so dass die Fahrt ohne besondere Vorkommnisse und Verzögerungen lief. Gegen 14 Uhr näherten wir uns bereits dem Hotel und planten, eine einstündige Pause einzulegen. An der Rezeption wurden uns allerdings eröffnet, dass noch nicht alle Zimmer bezugsfertig seien. Das drückte beim einen oder anderen bereits leicht auf die Stimmung, denn etwas ablegen und entspannen wäre nach der Autofahrt schon angenehm gewesen. So kletterten wir, zum Teil etwas missmutig, in den Bus und fuhren zur Location, der Schulaula des ortsansässigen Gymnasiums. Auf den ersten Blick ein schönes Venue, mit einer imposanten Bühne und einem nicht minder beeindruckenden Saal, alles bestuhlt. Dazu noch die Empore. Die vorhandene Technik, Ton und Licht, ließ bereits vermuten, dass hier nicht gekleckert, sondern geklotzt werden sollte.

Zwischenzeitlich traf Mathias ein, der Veranstalter, der mich im Vorjahr mit der Idee einer”œMisplaced Childhood-”€Show kontaktiert hatte. Er war damals relativ optimistisch, auch vor dem Hintergrund, dass Fish einige Jahre vorher in der Region aufgetreten war. Die angepeilte Zielgruppe sollte doch ausreichend vorhanden sein, davon war er überzeugt. In Achim haben sich einige musikbegeisterte Idealisten zusammengetan, um der Bevölkerung kulturell, etwas abseits des Mainstreams, Angebote zu machen. Mathias, ein sympathischer Zeitgenosse, präsentierte sich als überaus zuvorkommender Gastgeber. Das zeigte sich auch beim Catering sowie der Unterbringung im Hotel. Die Rahmenbedingungen waren zweifelsfrei sehr gut.

Im weiteren Verlauf der Vorbereitungen gab es doch die eine oder andere technische Herausforderung zu bewältigen, die Jens ins Transpirieren brachte und die Geduld des einen oder anderen etwas auf die Probe stellte. Die Entscheidung, das eigene Mischpult nicht mitzunehmen, erwies sich nun doch als Fehler, für den wir etwas Lehrgeld bezahlen mussten. Man lernt nie aus, selbst im höheren Alter nicht. Der Soundcheck zog sich daher ziemlich in die Länge. Letzten Endes waren wir gegen 18 Uhr fertig - mit den Vorbereitungen und den Nerven. Kurz zurück ins Hotel, um die noch fehlenden Zimmer zu beziehen, gegebenenfalls zu duschen oder einfach nur ein paar Minuten abzuschalten.

Um viertel vor sieben saß die ganze Truppe wieder in den Fahrzeugen und fuhr Richtung Aula. In einem nur wenige Gehminuten entfernt liegenden Bistro war ein Tisch für uns reserviert, wo wir uns nochmal stärkten. Dort saßen bereits die Techniker sowie der Songwriter Zeki Min, der später den Abend eröffnen würde. Nach dem Essen begaben wir uns zum Ort des Geschehens. Nicht mehr lange bis zum Beginn der Veranstaltung. Beim Blick in die Aula zeigten sich doch sehr viele Lücken. Mit einer ausverkauften Location hatten wir zwar nicht unbedingt gerechnet, die Besucherzahl war aber doch relativ übersichtlich. Wenig später betrat Songwriter Zeki Min die Bühne. Musikalisch sicher ein absolutes Kontrastprogramm, aber so etwas kann unter Umständen ganz reizvoll sein. Angedacht waren ursprünglich 30 Minuten, es wurde dann aber insgesamt doch fast eine Stunde.

Um ca. 21 Uhr begaben wir uns auf die Bühne und blickten in eine relativ leere Aula. Etliche Besucher versorgten sich in der Aula noch mit Getränken und kehrten nach und nach zu ihren Plätzen zurück. Wir hatten uns kurzfristig dazu entschieden, das gleiche Set wie am Vorabend zu spielen. Die Situation war schon ungewohnt, eine vollkommen neue Erfahrung für uns als Rockband. Die Atmosphäre war anders als sonst üblich, aber das war eigentlich zu erwarten. Mit der Zeit gewöhnten wir uns aber an die theater-ähnlichen Rahmenbedingungen. Den Leuten schien es auch zu gefallen. Es dauerte aber bis zu den Zugaben, bis das Publikum sich mehrheitlich von den Plätzen erhoben hatte. Im Anschluss gab es noch den einen oder anderen Besucher, der sich durchaus lobend über unsere Performance äußerte. Die treffendste Aussage kam von einer Frau: “Ihr wisst doch: der Norddeutsche freut sich mehr nach innen.”€

Veranstalter Mathias war mit unserer musikalischen Darbietung sicher auch zufrieden, hatte sich aber bestimmt eine bessere Resonanz erhofft. Aber solche Abende gibt es, gerade, wenn man nicht den Mainstream bedient. Irgendwann begannen wir mit dem Abbau, verabschiedeten uns von unseren norddeutschen Gastgebern und fuhren zurück ins Hotel, wo wir gegen 0:30 Uhr eintrudelten. Die einen gingen gleich aufs Zimmer, die anderen auf die Suche nach einem Absacker an der Hotelbar.

Am nächsten Morgen gab es ein ausgiebiges Frühstück, bevor die “Drückerkolonne”€ um 10:45 Uhr die Fahrt in die Heimat antrat, wo wir gegen halb vier wohlbehalten eintrafen. Ende der “Mini-Tour”€, kurz, aber durchaus reich an Eindrücken.

Musikpark, Homburg, 18. November 2017

Altes E-Werk, Nierstein, 29. April 2017

Musicclub Fabrik, Bruchsal, 21. April 2017

Zum Pitt, Bocholt, 01. April 2017

Musiktheater REX, Bensheim, 11. März 2017

Yard Club (Die Kantine), Köln, 4. März 2017

Harmonie, Bonn, 27. Januar 2017

colos-saal, Aschaffenburg, 20. Januar 2017

 

Dudelsack, Bad Kreuznach. 3. Dezember 2016

Kulturlant, Grafschaft, 5. November 2016

Zeche, Bochum, 6. Mai 2016

Musiktheater REX, Bensheim, 23. April 2016

Altes E-Werk, Nierstein, 27. Februar 2016

Harmonie, Bonn, 2. Januar 2016

 

Irish House, Kaiserslautern, 12. Dezember 2015

Dudelsack, Bad Kreuznach, 5. Dezember 2015

Saal 51, Calw, 21. November 2015

”Rock im Foyer”, Stadthalle Kleve, 25. April 2015

Musiktheater REX, Bensheim, 18. April 2015

Kubana, Siegburg, 28. März, 2015

Yard Club (Die Kantine), Köln, 7. März 2015

Heiligen Mühle, Erfurt, 24. Januar 2015

 

Altes E-Werk, Nierstein, 13. Dezember 2014

The Studio Lounge, Untertrubach, 12. April 2014

Musiktheater REX, Bensheim, 29. März 2014

Kubana, Siegburg, 15. März, 2014

 

Yard Club (Die Kantine), Köln, 29. November 2013

Hajos, Rüdesheim, 22. November 2013

Gaststätte Dahlmann, Lüdenscheid, 8. Juni 2013

Musiktheater REX, Bensheim, 26. April 2013

Kubana, Siegburg, 2. März, 2013

Alte Piesel, Künzell-Dirlos, 2. Februar 2013

 

Dudelsack, Bad Kreuznach, 5. Mai 2012

Musiktheater REX, Lorsch, 21. April 2012

Beavers, Miltenberg, 15. April 2012

 

(Premiere im) Musiktheater REX, Lorsch, 22. Oktober 2011

 

 

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